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Drei Personen auf einer Bühne, der Mann in der Mitte erhält einen Award

Auszeichnung für Forschung zu Software-Klonen

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Ein Forschungsteam um Prof. Stefan Wagner vom TUM Campus Heilbronn ist mit dem „Most Influential Industry Paper Award“ ausgezeichnet worden. Verliehen wurde der Preis im April 2026 auf der International Conference on Software Engineering (ICSE) in Rio de Janeiro. Die Auszeichnung würdigt wissenschaftliche Arbeiten, die einen nachhaltigen Einfluss auf industrielle Praxis und Forschung hatten.

Prämiert wurde ein Paper aus dem Jahr 2008, das sich mit sogenannten Klonen in Matlab/Simulink-Modellen beschäftigt. Dabei handelt es sich um Duplikate, die durch Copy-and-Paste entstehen und später zu schwer auffindbaren Fehlern führen können.

„Dass unsere Arbeit diesen Brückenschlag zwischen Forschung und industrieller Anwendung geschafft hat, ist eine wunderbare Bestätigung“, sagt Wagner. Besonders freue ihn, dass die Forschung damals ein Thema sichtbar gemacht habe, das in der Praxis zwar relevant, wissenschaftlich aber kaum untersucht gewesen sei.

 

Risiken durch Copy-and-Paste

 

Copy-and-Paste gehört zum Alltag in der Softwareentwicklung. Problematisch wird es laut Wagner unter anderem dann, wenn Änderungen nicht konsistent in allen Kopien vorgenommen werden. Fehler würden dadurch häufig erst spät entdeckt.

Das ausgezeichnete Paper zeigte erstmals systematisch, wie stark solche Klone auch in grafischen Entwicklungsmodellen verbreitet sind. Die Modelle werden unter anderem in der Automobilindustrie genutzt, um sicherheitskritische Software für Steuergeräte zu entwickeln.

Der entwickelte graphentheoretische Ansatz zur Klonerkennung beeinflusst die Forschung bis heute. Modellbasierte Entwicklung spiele auch in der Luft- und Raumfahrt sowie in anderen sicherheitskritischen Bereichen eine wichtige Rolle, so Wagner. Entsprechend groß sei weiterhin der Bedarf an Verfahren zur Qualitätssicherung solcher Modelle.

Wir gratulieren herzlich zu dieser außergewöhnlichen Auszeichnung und freuen uns auf die weiteren Impulse, die aus Prof. Wagners Arbeit entstehen werden.